Ein Hörverlust tritt entweder aufgrund einer mangelhaften Übertragung des Schalls vom Aussen- zum Innenohr (konduktiver Hörverlust) auf, oder, weitaus häufiger, wegen Schädigungen in der Cochlea an den Haarzellen und Neuronen oder am Hörnerv selbst (sensorineuraler Hörverlust). Die Hauptursachen für einen (sensorineuralen) Hörverlust sind der Alterungsprozess, akustische Überreizung durch übermässigen Lärm oder die Einwirkung von ototoxischen (d.h. gehörschädigenden) Medikamenten und Substanzen (z.B. durch bestimmte Chemotherapien oder Antibiotika).
Der Gehörverlust ist bei weitem die häufigste Form von Funktionsstörungen des Innenohrs. Mit rund 30% der Betroffenen im Alter von 65 Jahren oder mehr ist er am weitesten verbreitet bei älteren Menschen. Die Erkrankungsfälle bei jüngeren Menschen nehmen allerdings stark zu, meist durch den Einfluss extremen Lärms. Im Alter von 85 Jahren oder mehr ist nahezu jeder Mensch in gewissem Mass betroffen.
In manchen Fällen ist ein sensorineuraler Hörverlust akut - etwa nach lautem Lärm – und verschwindet nach einer Weile wieder. Die Betroffenen nehmen dann möglicherweise ein Klingeln in den Ohren wahr und empfinden Geräusche für einige Zeit als gedämpft. In den meisten Fällen setzt der Hörverlust hingegen bloss langsam ein, nimmt schleichend zu und wird erst nach einer gewissen Zeit deutlich wahr genommen. Schall erscheint dann zunehmend verzerrt oder gedämpft und es wird für die betroffene Person schwierig, besonders in geräuschvollen Situationen Gesprochenes zu verstehen. Dies ist auf den unwiederbringlichen Verlust von Haar- oder Nervenzellen in der Cochlea zurückzuführen. Zum Zeitpunkt der Geburt verfügt jeder Mensch mit voll ausgeprägtem Hörvermögen über schätzungsweise 3500 innere Haarzellen, 13000 äussere Haarzellen und 30000 Nervenzellen in der Cochlea – diese Zahl wird im Lauf des Lebens unweigerlich abnehmen!
|